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YONDERBOI
Shallow And Profound Mole Listening Pearls / Intergroove
| Geheimtip! Yonderboi kommen aus Ungarn, und wer jetzt an Csardas und Marika Rökk denkt, irrt. Die Formation um den erst 19jährigen László Fogarasi, der befreundete Musiker vom Budapester Jazzkonservatorium um sich geschart hat, balanciert gekonnt zwischen Bossa, Jazz, Trip Hop und Easy Listening, bekennt sich aber dennoch zu osteuropäischen Wurzeln. Gesungen wird in der Muttersprache, und der armenische Akkordeon-Spieler David Yengibarian setzt mit differenziertem Spiel folkloristische Klangtupfer. Seine leider nur einminütige Interpretation von Herbie Hancocks "Cantaloupe Island" zeigt zudem, daß Yonderboi zwar in Kruder & Dorfmeister-Gewässern fischen, aber genügend musikalische Substanz besitzen, einen eigenen Sound zu kreieren. Hier schwebt eine sphärische Stimme über entspannten Loops, dort erklingt ein trauriges Akkordeon oder stimmungsvolles Vibraphon. Zudem gelingt es den Ungarn, dem abgehangenen Doors-Klassiker "Riders On The Storm" ein modernes musikalisches Gewand zu verpassen, ohne Leichenfledderei zu betreiben. Nach Lemongrass und De-Phazz stellt das "Mole"-Label mit Yonderboi erneut unter Beweis, daß sich entspannte Musik nicht auf Kuschelrock-Niveau bewegen muß. Michael Beerfölz |