|
PAUL WELLER
Studio 150 v2
| Vor Publikum kommt der "Modfather" noch immer prächtig an. Etwa zuletzt beim "Haldern-Pop"-Festival. Der Mann hat halt Charisma. Dabei klingt seine aus Rock- und Blues-Zutaten zusammengebackene Musik heutzutage eher bieder denn aufregend. Auch das Coveralbum "Studio 150" gibt nicht viel Anlass zur Freude. So klampft der Britpop-Pate sich durch ein schottisches Folk-Traditional, singt schläfrig den Gordon Lightfood-Standard "Early Morning Rain", rockt uninspiriert durch Dylans "All Along The Watchtower" und lässt sich Neil Youngs Ballade "Birds" von einem unsäglichen Damenchor kaputtmachen. Besser, weil mit viel Soul bzw. 70ies- Funk getränkt, kommen die Northern-Soul-Nummer "If I Could Only Be True", Gil Scott-Herons "The Bottle" sowie das swingende "Hercules" von Aaron Neville. Aber schon bereitet Weller mit einer kitschigen Version von Burt Bacharachs "Close To You" - 1970 ein Top-10-Hit für die Carpenters - wieder Missvergnügen. Das ist jedoch nix gegen seinen Versuch, Oasis' "One Way Road" wie Joe Cocker klingen zu lassen. Hmpff! Volkard Steinbach |