WEEN
White Pepper
Mushroom / Zomba

Dean Weens Mama schwört, dass dieses Album ihren beiden Jungs (haha) endlich den ersehnten Durchbruch bringt. Sie könnte recht haben. Denn Ween haben ihre poppigste Scheibe seit "Chocolate And Cheese" fabriziert. Sie wimmelt vor Hits. Wie herrlich sich die Räume nach und nach öffnen beim Opener "Exactly Where I'm At", bis man im Cinemascope-Sound in einem mainstreamfetten Cabrio von Song dahindröhnt! Bläserensembles, Frauenchöre und Pedal-Steelgitarren inklusive; Psychedelic, Country, 70s-Mainstreampop und Schweinerock reichen sich dazu friedlich die Hand und tanzen Ringelrein. Beatles, XTC, Black Sabbath, Punk, Eagles, Steely Dan, Bryan Ferry und gar Van Dyke Parks werden von Ween bis zur Perfektion inkarniert und mit subtilen Brüchen versehen. So unmerklich geschieht das in der Abschlussballade "She's Your Baby", dass man zunächst meint, Ween hätten ihr erstes unironisches Stück fabriziert. Doch muss man dagegen nur das kranke Instrumental "Ice Castles" setzen, welches in etwa so klingt, als würde sich die die Mannschaft eines schlingernden Eisbrechers in Zeitlupe auf zu neugierige Eisbären erbrechen: Auf weißem Pelz schillert bunt der Mageninhalt.
Karl Koch