WARREN G.
In The Mid-nite Hour
Peppermint Jam

Weiche Schale, harter Kern. So könnte die Formel für den G-Funk mit seiner geschmeidigen Vertonung abgeklärten Gangsterisms lauten. Neben dem in diesem Genre unerreichbaren Snoop Dogg war Cousin Warren G. stets die kleinere Leuchte am kalifornischen Hip Hop-Himmel. Dass sein fünftes Album jetzt auf dem Label des Hannoveraner Edelhouse-Produzenten Mousse T. veröffentlicht wird, dürfte alte Fans überraschen. Eben dieser Mousse T. ist auch für das Highlight der Platte verantwortlich: Der minimalistisch klöppelnde Beat von "Make It Do What I Do" passt hervorragend zu Warren G.s unaufgeregtem Flow. Ansonsten rummst es mächtig im Cruise-Control-Gang tiefergelegter Lowrider. Und auch wenn Altvater Dr. Dre nicht selber an den Schalthebeln sitzt, klingt hier vieles nach der aufpolierten Wiederkehr des alten G-Funk: Soulige Refrains von der lebenden Hookline Nate Dogg, melodramatische Piano-Passagen und watteweiche Keyboard-Harmonien. Warren G. ist damit mal wieder der zweitbeste MC in der Chillout-Zone für gestresste Gangstas ...
Frank Krings