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TOM WAITS
Blood Money / Alice Anti / Epitaph
| Lust auf nen depressiven Tag? Tom Waits übernimmt mit gleich zwei Alben voll rauer Stimm-Theatraliken, getragenen Tempi, kruden Stories und einem seltsamen Instrumentarium die Garantie für dunkle Stimmungen. Und Waits, der nach dem Millionengewinn einer Klage gegen ein Cornflakes-Unternehmen jahrelang aufs Musikmachen verzichten konnte, gründelt diesmal extrem tief zwischen Melancholie und Wahnsinn. Beide Alben gehen zurück auf Theater-Coproduktionen mit Robert Wilson; beide Alben sind in ihren Texten von der surrealen Bildersprache des Theatermannes geprägt. Der Ursprung von "Alice" ist das verquere Leben des Mannes, der den gleichnamigen, vermeintlichen Kinderbuchklassiker geschrieben hat; "Blood Money" geht auf Büchners Woyzeck zurück. Aber wer das nicht weiß, der braucht diesen Spuren beim Hören nicht nachzugehen - hübsch poetisch sind die Texte auch so. Und die Musik? Mit akustischem Instrumentarium wird zumeist Kammermusik im Waits'schen Sinn gemacht. Ein Harmonium, ein paar Geigen, eine Sirene, ein paar Bläser, hübsch melancholisch-impressionistisch Ton für Ton hingehuscht. Nein, hier gibt's keine alten Raindogs mehr, dreckig und rockig und mit Musik, die auch für sich selbst steht. Sondern eher illustrierendes Beiwerk zu den Texten. Wohlgebildete Kritiker zeigen sich von dieser kunsthandwerklichen Doppeldröhnung begeistert. Adrian Wolfen |