VOICE
Gumbo
Groove Attack

Wer leise spricht, dem hört man umso besser zu. Das scheint jedenfalls die Rapperin Voice aus Los Angeles zu glauben. Denn auf ihrem Debüt singt und rappt sie eher verhalten im weiten Grenzgebiet zwischen Hip Hop und Jazz. Während ihre Mutter Zardis als Jazz-Vokalistin gefeiert wird, rappte Voices Schwester früher zusammen mit den schlimmen Fingern von Compton's Most Wanted. Ihre eigene Musik beschreibt Voice als "50% jazz, 50% foot in yo ass!" Die Härte findet sich dabei mehr in den Inhalten ihrer Lyrics, wenn sie etwa mit cleveren Wortspielen in "Sign Where?" die Musikindustrie angreift. In den Mainstream-Charts wird Voice mit ihren viel zu langen, unaufgeräumten Jazz-Rap-Nummern kaum landen. Aber wer Gurus Jazzmatazz mochte, Erikah Badus Zickigkeit sowie Spoken-Word-Performances schätzt - der ist hier genau richtig.
Frank Krings