UTAH SAINTS
Two
Roadrunner / Connected

Beinahe acht Jahre sind vergangen, seit die Utah Saints mit ihrem Debut für Aufsehen sorgten. Ihr Mix aus Big Beat und harten Gitarrensounds traf damals den musikalischen Nerv. Gern erinnert man sich noch an "Something Good", den Hit mit dem einprägsamen Kate Bush-Sample. Doch mit dem Nachfolger "Two" treten die Utah Saints jetzt ein wenig auf der Stelle. Zu lange haben Jez Willis und Tim Garbutt wohl an den neuen Songs gearbeitet, als daß diese neue Maßstäbe setzen könnten. Vieles klingt nach bloßem Prodigy- oder Underworld-Plagiat; das allerdings auf ansprechendem Niveau. Geht man mit gedämpfter Erwartungshaltung an die Platte heran, ist ihnen dennoch ein gutes Stück elektronischer Unterhaltungsmusik gelungen. Prominente Kollegen wie R.E.M.-Frontmann Michael Stipe, Edwin Starr, Public Enemys Chuck D oder Metallica haben Stimmen & Samples zur neuerlichen Verarbeitung zur Verfügung gestellt. Der Singsang auf dem gelungenen "Massive" erinnert gar an die traditionellen Tuva-Gesänge aus Mittelasien, und auf den weiteren Album-Highlights "B 777" und "Three Simple Words" lassen die Utah Saints dann doch musikalische Eigenständigkeit erkennen.
Michael Beerfölz