MARTINA TOPLEY BIRD
Quixotic
Independiente / Sony Music

Sie war Trickys Muse: Martina Topley Bird lieh den Songs des Trip Hop-Pioniers auf dessen bahnbrechendem ersten Alben ihre Stimme. Nach der künstlerischen und privaten Trennung (die beiden haben einen Sohn zusammen) dauerte es einige Jahre, bis die scheue Britin wieder Tritt fasste und nach diversen Sessionjobs mit den Arbeiten an ihrem Solodebüt "Quixotic" begann. Die erste Überraschung: Tricky hat bei zwei Tracks die Finger im Spiel. Weitere Ideenzulieferer sind Elektrotüftler David Holmes, Meisterarrangeur David Arnold (The James Bond Projekt) und - zweite Überraschung - The Queens Of The Stone Age. Entsprechend schillernd sind denn auch Songs und Arrangements ausgefallen. Martina Topley Bird hat den Blues, säuselt zärtliche Akustikminiaturen, bewegt sich federleicht durch jazzige Klanggespinste und verbreitet Magie in dunklen Soundscapes ß la Badalamenti. Sie gibt eine beeindruckende Billie Holiday-Vorstellung, schlüpft in die Rolle der Souldiva und macht auch inmitten schwerer Rockriffs eine gute Figur. Was fehlt, ist ein Song, der glatt genug ist, die Hitlisten zu stürmen. Aber das ist kein Manko, allenfalls bedauerlich für Martinas Bankkonto.
Volkard Steinbach