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TOCOTRONIC
Tocotronic L'age D'or / Zomba
| 15 Monate bei Tobias Levin im Kellerstudio auf der Fleetinsel, eine vollkommen neue Herangehensweise ans Songwriting: Langsam rieselten die ersten Fakten durch. Dann kursierte das Album im Netz und spaltete die Fangemeinde. In die, die verzückt "Super!" jauchzen und jene, die die Band am liebsten auf die Larmoyanz und den rohen Teenage-Despair alter Tage festnageln wollen. Hinein in die Oasis-Falle!? Da sind Tocotronic dann doch mehr Blur und suchen den Ausweg, genau, in der Kunst. Weniger Rock, mehr Geste. Hier ein wenig Bowie, dort ein wenig Ferry. Dabei sind altgewohnte Begleiter über Bord gegangen: Arne Zanks sympathisch holpriges Schlagzeugspiel ist überwiegend einem sauberen Midtempo-Beat gewichen, dazu ein endlich mal präsenter Bass. Das Gerede, die drei könnten ihre Instrumente nicht spielen, zieht hier nicht mehr. Ohnehin fällt die Produktion angenehm auf: Der Gesang liegt über facettenreichen Arrangements aus Synthieflächen, Piano und Samples und ist so gut eingebettet wie noch nie. Aber auch an Pavement angelehnte Gesangslinien finden wieder Raum und transportieren Optimismus genährt aus Beziehungsglück, Durchhalteparolen und der Beschreibung obskurer Zwischenwelten. Dennoch bricht immer wieder das Wissen um das Unvermögen, dem Leben jemals ganz habhaft werden zu können, durch. Auch musikalisch klingen die alten Tocotronic hin und wieder an. Und das schöne daran ist, das ganze geht auf. Bernd Ahlert |