SWELL
Whenever You're Ready
Beggars Banquet / Zomba

Ende der 80er, Anfang der 90er brachten Swell ein paar wundersam atmosphärische Indiepop-Platten heraus, die von der Melancholie San Franciscos kündeten. Das führten sie unter zunehmend sinkendem Interesse fort, doch nun scheinen sie wieder zu alter Form zurückgefunden zu haben. Was vielleicht an der Rückkehr des Gründungsmitglieds Sean Kirkpatrick liegt, und daß als Ersatz für das legendäre, akustisch so phantastische Aufnahmestudio der ersten Alben eine Garage in Santa Barbara gewählt wurde. Wenn man sich vorstellt, die Go-Betweens, Foo Fighters und Elliott Smith hätten einen graugesichtigen, leicht verbitterten Cousin, so ist man der Musik von Swell schon recht nahe. Nebel zieht durch ihre Songs, Aufbruchsstimmung und Versuche von Euphorie werden mit resignierender Bräsigkeit konterkariert. Aber wer weiß: Wenn mit der Rezession auch die Slacker wieder ihr ungewaschenes Haupt erheben, dann haben Swell für ihr Lebensgefühl schon mal nen feinen Soundtrack vorbereitet.
Karl Koch