SUEDE
Head Music
Epic / Sony Music

Drei Jahre herrschte Stille im Hause Suede. Drei lange Jahre ohne Brett Andersons melancholisch hingeschmettertes "A-ha-ha-ha". Drei viel zu lange Jahre, in denen sich das Quintett unter Ausschluß der Öffentlichkeit durch die Musik in ihrem Inneren zappte. So entdeckten die Musiker Tricky und die Asian Dub Foundation, Prince und, äh, Blackbox (genau die, die mit "Ride on Time" eine Super-Eintagsfliege waren). Nach einem hervorragend verlaufenen Test entschied sich Suede für Produzent Steve Osborne (U2), der aus dem Rohmaterial von "Head Music" eine Form goß, die es in sich hat. Hintergründig tobt ein regelrechter Loop-Kleinkrieg, wenn Anderson sehnsuchtsvoll-pathetisch über Drogen ("Down"), Liebe ("Electricity") und natürlich das öde Vorstadtleben ("Asbestos") singt. Die analogen Synthies verleihen "Head Music" dabei eine kühle und distanzierte Atmosphäre. New Wave, Punk und Beatles-Pop geben sich dazu ein Stelldichein. Suede beweisen erneut, daß sie zum Besten gehören, was Großbritannien derzeit zu bieten hat.
Ulf Lippitz