ANGIE STONE
Black Diamond
Bmg Ariola

D'Angelo, Maxwell, Chico DeBarge, Rahsan Patterson, Eric Benet: die Helden des Neo-Soul sind meist männlich. Allenfalls Erika Badu mit ihren afro-orientierten Songs kann da erfolgreich mithalten. Nun kommt Angie Stone und zeigt den zumeist dahinschmachtenden und wehklagenden Typen mit ihrem Solo-Debut, daß Soul zwar Gefühl und Seele meint, aber nirgends geschrieben steht, daß man danach ausschließlich im Jammertal suchen muß. Moderates Tempo, "echte" Instrumente wie Hammond-Orgel, E-Piano und Akustik-Gitarre, natürlich die unvermeidlichen Marvin Gaye-Anklänge: auf "Black Diamonds" finden sich Songs mit Ausstrahlung und liebevoll zusammengestellten Arrangements, und vor allem eine Sängerin, die variationsreich und stimmstark ihren eigenen Weg geht. In den Staaten schon einige Zeit in den Läden (und längst Platin-veredelt), kommt das Album hierzulande erst Mitte März heraus - kurz nach dem vielgelobten "Voodoo"-Album ihres Lebenspartners D'Angelo, für das sie mehrere Songs schrieb. "Black Diamond" ist das bessere Album, lebendiger, leichter hörbar und rundum gelungen. Ein echter Diamant.
Roger Witte