DIE STERNE
räuber und gedärm
V2 / Rough Trade

Diese Band läuft schon lange ihrer Bestform hinterher. Vorbei die Zeiten, als sie spielfreudig die Popgeschichte plünderten und prächtige Hits mit schlauen Texten wie "Universal Tellerwäscher" oder "Was Hat Dich Bloss So Ruiniert" dabei rauskamen. Selbst der Versuch, mit knarzigerem Rock und aufrührerischen Slogans verlorenes Terrain wieder wettzumachen, schlug fehl. Aber im Vergleich zum neuen Album klang der Vorgänger "Das Weltall ist zu weit" sogar noch richtig gut. Es scheint, der Hamburger Band sind endgültig die letzten Ideen ausgegangenen. Na gut - der instrumentelle Teil mit seinen rhythmischen Finessen, Beat-Versatzstücken, Garagenrock-Einflüssen, Sixties-Pop-Referenzen und Zitaten von Stranglers bis zu Fehlfarben lässt sich noch halbwegs gut an. Aber die Songs? Da hilft es auch nicht, dass einer davon "Wir Sind Reines Dynamit" heißt. Denn zündende Songs sucht man hier ebenso vergeblich wie Textzeilen, die im Gedächtnis bleiben. "Räuber Und Gedärm": ein melodiefreies schwarzes Loch, in dem kein Stern mehr funkelt.
Volkard Steinbach