STARS
Set Yourself On Fire
Arts & Crafts / City Slang

Manchmal funktioniert der Instinkt halt doch. Ohne Labelinfo hier angekommen, denke ich nach den ersten Takten der Promo-CD: "Oh, wieder so eine opulente Band mit großen Gesten und einem Mann-Frau-Gesangs-Duo. Klingt ja wie Arcade Fire!" Und siehe da: Die Stars kommen auch aus Montreal und werden von "Amazon" gerne im Doppelpack mit Arcade Fire angeboten. Ungeachtet dessen: Wie großartig ist denn das schon wieder? Schwelgerische Songs mit der Größe von Ozeanriesen donnern über den ehrfürchtigen Hörer hinweg. Kreuze Prefab Sprout mit Modest Mouse, füge verspielte Basslinien mit stoischem Schlagzeug, dröhnender Orgel und süßen Melodien zusammen, schicke den Pixies einen schönen Gruß, umarme die Welt und hau den Kopf gegen die Wand: Alles drin! Ein Album übers Schluss- und Weitermachen, inszeniert mit Streichern, Überkandideltheit und Pathos. Und diese Gesangsduette: Nina Persson und Paddy McAloon in einem Film von Ingmar Bergmann. Die Platte, um Herzen zu brechen und Verzweifelte aufzurichten.
Karl Koch