JON SPENCER BLUES EXPLOSION
Plastic Fang
Mute

Dieser Mann ist Kult, egal ob mit den Brachial-Rockern Pussy Galore, an der Seite von Cristina Martinez bei Boss Hog oder mit seiner Blues Explosion, die er 1991 aus der Taufe hob. Gleichzeitig ist Jon Spencer auch Kritikerliebling. Nur nahm er die Rolle des Blues-Innovators, die ihm nach der Zusammenarbeit mit dem Blues-Urgestein R.L. Burnside zugewiesen wurde, nie wirklich ernst. War "ACME", das letzte Werk der Jon Spencer Blues Explosion, noch fiebriger R&B, so ist das neue ein klassisches Rock-Album. Zusammen mit seinen Mitstreitern Judah Bauer (Bass) und Russel Simins (Schlagzeug) sowie mit gelegentlicher Unterstützung von Dr. John und Bernie Worrell (Funkadelic) lässt Spencer der puren Lust am Rock freien Lauf. Eingestreute Funk-, Boogie-, Gospel- und Heavyrock-Elemente sorgen für Spannung, ausgesuchte Zitate von den Stones über Lou Reed und Cream bis Elvis für etliche Deja-Vu-Erlebnisse. Aber das beste ist nach wie vor Spencers Art, Gitarre zu spielen, seine verzerrten Riffs, schleifenden Soli, trunkenen Läufe und schweren Feedback-Wellen, kongenial unterstützt von pumpenden Bass-Figuren und einem hypnotischem Groove. Die kollektive Energie, die das Trio dabei in seine Musik hämmert, degradiert so manche Metaller-Combo zu einem Haufen Schlaffis.
Volkard Steinbach