SLUM VILLAGE
Trinity (Past, Present, Future)
Capitol / Emi

Dieses Detroiter Rap-Trio wurde vor allem durch seinen Produzenten Jay Dee populär. Denn der hat schon De La Soul, A Tribe Called Quest, Pharcyde, D'Angelo, Mos Def und die Roots mit dezent bouncendem Minimal-Funk versorgt. Diesmal ist der Sound etwas weicher und dicker aufgetragen - ungemein sexy sickert er wie durch einen Wattebausch gedämpft aus den Boxen. Im Gegensatz zu futuristischen Produktionen à la Timbaland oder Neptunes scheint bei Slum Villages zweitem Album der Stevie Wonder der 70er Pate gestanden zu haben. Dezente Streicher, ein- und ausgeblendete Gospel-Chöre, Piano-Sprengsel sowie wabernde Keyboards massieren die Ohren. Titel wie "S.O.U.L.", "Disco", "Unisex" und "Harmony" sprechen für sich. Damit sich nicht alles in purem Wohlgefallen auflöst, sind einige Tracks ein wenig ruppiger und kopfnicker-tauglich geraten. Auch wenn die Lyrics eher Alltags-Befindlichkeiten schildern, verströmt "Trinity" sowas wie gediegene Weisheit. Es hat einfach Soul!
Frank Krings