SIMON FISHER TURNER
Swift
Mute / Virgin

Unter die üblichen Stile lässt sich Simon Fisher Turner nicht einordnen. Selbst ein Begriff wie Avantgarde passt kaum auf den britischen Komponisten und Klangfreak, der durch Soundtracks für Derek Jarman bekannt wurde. Auch dies Album könnte eine Auftragsarbeit für den verstorbenen englischen Regisseur sein, zielen die bizarren Klanglandschaften doch auf jene Zonen im Hirn, in denen imaginäre Bilder entstehen. "Swift" ist ein Film zum Hören, der sich wie ein Puzzle aus Stimmen, Samples, Loops, echten Instrumenten und mannigfaltigen Rhythmen zusammensetzt. Klänge und Töne aus diversen Ecken der Welt werden in neoklassische Orchesterwerke, Jazz-Verwandtschaften, Elektronikexperimente und Ambient-Fantasien integriert, wobei schönen Passagen oft Misstöne und Lärmexzesse gegenüberstehen. Turners Geheimnis: Er lässt seine Laptop-Kreationen von Jazzern, Elektronik-Künstlern, diversen Sängern sowie einer Spezialistin für mittelalterliche Musik ausformulieren. Ein Zusammentreffen von, sagen wir mal, Jon Hassell, Aphex Twin, Eno, Terry Riley und The Prodigy könnte kaum spannender sein.
Volkard Steinbach