ROSENSTOLZ
Kassengift
Polydor

Der Titel stimmt - oder stimmte, besser gesagt. Das Berliner Duo galt lange Zeit als unverkäuflich. Anna R. und Peter Plate spielten ungebrochen mit kitschigen Liedern und geschlechtlichen Vorlieben. So avancierten sie zu einer schlecht einzuordnenden und kultisch verehrten Band. Ihr neues Album betritt lyrisch kein neues Territorium: Texte an der Grenze von Ergriffenheit und Banalität - vorgetragen von Anna, deren durchdringende Stimme man entweder haßt oder liebt. Musikalisch haben Rosenstolz ihr Klangbild jetzt deutlich verbessert: die Produktion versprüht kaum noch den diskreten Charme der Unbeholfenheit, pointiert eingesetzte Effekte und die hübschen Streicherarrangements geben dem Album professionellen Glanz. Das mag daran liegen, daß die Plattenfirma nun auch mehr Geld springen läßt. Und es hilft: Rosenstolz haben mit dem Album die Spitze der Charts erreicht.
Ulf Lippitz