KENNY ROBY
Mercury's Blues
Glitterhouse / Tis

Nach 30 Minuten und 20 Sekunden ist schon alles vorbei. Doch diese halbe Stunde hat es musikalisch in sich. Kenny Roby legt, da seine Band Six String Drag erst mal auf Eis liegt, ein sehr relaxtes Solo-Album hin. Unaufgeregt frickelt er an seinen Songs und wandelt dabei auf den Spuren des frühen Elvis Costello. Und das mit viel schrägem Humor - etwa wenn er in "Why Can't I Be You" eine Identitätskrise bewältigt. Auch die Instrumentierung ist unorthodox: Mal läßt er eine Gitarre rückwärts laufen, dann wieder legt er eine einsame Posaune über einen "stomp and slap loop" (was immer das sein mag). Das Album steckt voller liebenswerter Details im Arrangement, ohne überladen zu wirken. Cajun, Folk und Country gehen hier eine selbstverständliche Liaison ein. Da ist nicht mehr viel zu verbessern.
Michael Müller