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ROBBIE WILLIAMS
Sing When You`re Winning Emi
| Robbie Williams auf allen Titelblättern: In England ist er ein Superstar mit astronomischen Plattenumsätzen, ausverkauften Riesenauditorien und Yellow Press-Geschichtchen ohne Ende. Jetzt will der ex-Boygroup-Darsteller auch im Rest der Welt an die Spitze des Pop-Olymps. "Sing When You're Winning" läßt keinen Zweifel - der Mann meint's ernst mit seinen Ambitionen, der Frank Sinatra der Internet-Generation zu werden. Während er bisher lockere Pop-Unterhaltung machte, geht Robbie jetzt in die Vollen. Alles ist hier fett - die Arrangements, die Produktion. Und selbst die Songs, die er mit seinem Dauerpartner Guy Clarke geschrieben hat, sind nicht wie früher aus anonymen Britrockpop-Zutaten zusammengeklaut, sondern bei den ganz Großen abgekupfert. "By All Means" bedient sich bei den Beatles; "Kids", das sexy Duett mit Kylie Minogue, wandelt auf Who-Spuren; "If It's Hurting You" erinnert an den melancholischen Neil Young; "Let Love Be" macht Oasis Konkurrenz und "Knutsford City Limits" zitiert schon im Titel Ike & Tina Turners "Nutbush City Limits". Als würde das an Zitatpop nicht reichen, verwurstet Robbie auch noch Gloria Gaynors "I Will Survive", und die Single "Rock-DJ" ist Frankie Goes To Hollywood in Reinformat. Wäre alle dieser Diebstahl ironisch gemeint, könnte man sagen: Schwamm drüber. Hauptsache es macht Spass. Aber dem ist nicht so. Denn lustig will Robbie Williams nicht mehr sein. Er möchte als Songwriter und Sänger ernstgenommen werden. Vielleicht sollte Robbie sich diesen Vorsatz endlich mal zu Herzen nehmen und bei seinem nächsten Album Songs schreiben, die wirklich eine eigene Handschrift tragen. Volkard Steinbach |