ROB
Satyred Love
Source / Virgin

Wilde Pop-Märchen mit sowohl romantischen wie eindeutig sexuell-obsessiven Untertönen wirft uns dieser junge Franzose hin, was die ProgRock-Neigungen seines Debuts schnell vergessen macht. Rob durchwühlt den Soft-Pop der mittleren und späten 70er genauso hemmungslos wie seine Landsleute Air und Phoenix, setzt auf provozierend simple Refrains und auf der Zunge zergehende Arrangements. Die Tracks ohne Gesang mit Streichern und Orgel lassen eine Art feierlicher Elfenhaftigkeit unmerklich in einen Horrorsoundtrack hinübergleiten. Hinter der vordergründig als harmlos empfundenden Pop-Fassade lauert der Abgrund - Paul McCartney als Marquis de Sade. Wer die letzte Air mag, dürfte hier nicht enttäuscht werden.
Johnny Lipps