REEF
Rides
Epic / Sony Music

Die Black Crowes. Irgendwann waren sie mal halbwegs frisch, obwohl retro, dann wurden sie pomadig, mittlerweile sind sie nur noch poussierliche Kifftüten, die ihr Hirn in irgendwelchen Mottenkisten verklüngelt haben. Reef nun wieder sind sowas wie die britische Antwort auf die Black Crowes. Aber in England, das wird mal wieder bewiesen, beherrscht man die Kunst, sich bei den Vorvätern zu bedienen und trotzdem taufrisch saftig zu klingen. Und Reef besetzen eine spezielle Marktlücke: Sie klauen nicht, wie alle, bei Kinks, Beatles und Small Faces, sondern bei Rauhbolzern wie Humble Pie zu Zeiten ihres "Live At Fillmore East"-Albums oder, mit Abstrichen, bei den Faces. Eine Band, die gar nicht erst versucht, modern und originell zu sein - das hat was. Die Songs sind zeitlose Rocker. Klar, daß Reef auch die Klaviatur der Dynamik beherrschen und nicht ständig aufs Gas latschen. Aber wenn sie's tun, werden die Live-Konzerte kochen.
Stefan Piontek