RAZORLIGHT
Up All Night
Vertigo / Universal

Im UK ist das Quartett schon prächtig gestartet - kein Wunder bei einem Debüt, das gekonnt End-70er Amipunk mit britischer Gitarrenmusik der 80er kreuzt. Bei "Rock'n'Roll Lies" etwa treffen sich Television und The Jazz Butcher mit der Atemlosigkeit von "My Sharona" (The Knack). Patti Smith und Blondie schauen auch mal rein, "Golden Touch" erinnert an die Kinks plus dem frühen Elvis Costello, und irgendwo rauschen auch noch The Clash heran. Razorlights Songs mit ihren hektischen Riffs, knarzenden Bass-Figuren und vorwärtspeitschenden Beats wecken allerlei Assoziationen. Auch wegen des seltsam traurig erscheinenden Sängers, der so typisch britisch tönt, wie nur was, und zum Schluss der Songs meist ganz vehement gegen die Einsamkeit anzuschreien beginnt. Tatsächlich haben es die Enden der Songs mit ihrem puren Lärm in sich. Dass Razorlight eine klasse Liveband sind, steht nach diesem schnörkellosen Album wohl außer Frage. Da macht es auch nix, dass ihr Rock-Verständis von Gestern ist. Aber bei welcher Band ist es das derzeit nicht der Fall?
Volkard Steinbach