RADIOHEAD
Hail To The Thief
Parlophone / Emi

Kritikerlob hin oder her, mit "Kid A" und erst recht "Amnesiac" haben die fünf Briten den Bogen überspannt. Noch experimenteller, verkopfter, seltsamer geht nicht - jedenfalls nicht für eine Pop-Band. Immerhin ist "Hail To The Thief" - der Titel spielt auf den gestohlenen Wahlsieg von George W. an - um einiges zugänglicher als die direkten Vorgänger. Stücke wie die Single "There There" und "Go To Sleep" funktionieren gar nach konventionellen (Rock-)Songmustern. Auch gibt es wieder die nach vorne drängenden Gitarren und peitschenden Drumbeats. Selbst Thom Yorke wechselt des öfteren von wehleidigem Gejammer zu richtigen Melodien. Dennoch: Das sechste Studioalbum der Oxforder bietet nicht nur Schonkost. Dazu experimentieren Radiohead immer noch zu gerne und zu oft mit elektronischen Gimmicks, balladesken Stimmungen und psychedelischen Klangwelten für imaginäre Filme. Aber man kann das alles (und alles heißt hier wirklich viel) jetzt wenigstens ohne Schmerzen hören. Und manchmal macht's sogar Spass.
Volkard Steinbach