PRAM
Telemetric Melodies
Domino / Rough Trade

Die armen Verwandten von Stereolab und anderen mondänen Elektro-Bohemiens, das sind Pram. Wo obige sich in Kunstkreisen rumtreiben, französisch parlieren und geistreich Philosophennamen droppen, wollen Pram nur zutiefst englisches Indietum mit komischen Elektrosounds machen. So klingt ihre Sängerin denn auch verhärmt und milchpulverweiß wie England nach dem Krieg, die Instrumente blutleer und durchgespielt. Der passende Soundtrack für öde Sonntagnachmittage in der britischen Provinz, an denen sich ungesunde Jugendliche in Kellern treffen, verrauschte VHS-Bänder mit billigen Science Fiction-Filmen aus der Grabbelkiste zur Inspiration ihrer mühsam gefrickelten Songs und Sounds laufen lassen und bei aller angestrebten Grandezza den Geruch schalen Tees und klammer Kleidung doch niemals abschütteln können.
Karl Koch