PLACEBO
Meds
Virgin

Auf dieses Trio ist Verlaß. Exakt drei Jahre nach dem Erfolg ihres mit 1,5 Millionen Exemplaren bestverkauften Albums "Sleeping With Ghosts" kommen Brian Molko, Stefan Olsdal und Steve Hewitt mit einem fünften Werk um die Ecke gebogen, das vor allem eines kann: Rocken. Frisch und unverkrampft klingen die 13 Kompositionen, bei denen elektronische Spielereien zugunsten eines höheren Gitarrenanteils dramaturgisch zurückgeschraubt wurden. Hier parken eingängige und damit eher Placebo-typische Verlustdramen wie "Infra-Red", "Drag" oder auch "Because I Want You" völlig selbstverständlich neben schwelgerisch-vertrackten Songs wie "In The Cold Light Of Morning" und "Space Monkey", ohne sich gegenseitig großartig in die Quere zu kommen. Während Alison "VV" Mosshart von The Kills stimmlich lasziv den Titeltrack veredelt, geht das sonore Gebrumme von R.E.M.-Sänger Michael Stipe bei der Pianoballade "Broken Promise" doch eher unter. Macht aber nichts - "Meds" ist ein Klassealbum, das den Status dieses außergewöhnlichen Rocktrios einmal mehr untermauert. Willkommen in der Liga der Supergroups!
Frank Möller