PHARRELL
In My Mind
Star Trak / Virgin

Tja, jetzt ist es doch da, das dutzendfach verschobene Solo-Album von Pharrell Williams. Vorweg: Geht so. Natürlich blitzt an jeder zweiten Stelle das Producer-Genie auf, das in den letzten zehn Jahren Britney Spears und Old Dirty Bastard, Justin Timberlake und Snoop Dogg sowie dutzend anderen großartige bis geniale Soundgewänder zu schneidern wusste, immer wieder neu, aufregend und revolutionär. Doch wie bei den meisten guten Producern fehlt beim eigenen Schaffen der kritische Blick von außen. Und so dümpelt trotz großer Namen, von Jay-Z und Nelly bis Kanye West und Gwen Stefani, das Album in entspannter Retro-Funk-Manier vor sich hin, zitiert von Stevie Wonder bis Prince die Götter des Genres. Pharrell rappt passabel, croont halbwegs erträglich und schafft mit "Number One" auch ne richtig schöne Popnummer. Das ist zu wenig für einen Mann seines Kalibers. Mit einer Compilation seiner Hit-Produktionen erfährt man eher, was im Hirn des Pharrell Williams vorgeht.
Karl Koch