LIZ PHAIR
Somebody's Miracle
Capitol / Emi

Die Kritiker ließen kaum ein gutes Haar an Liz Phairs letztem Album. Nicht nur das "Sexy-Chick"-Cover und die nahezu pornographischen Texte wurden aufgeregt diskutiert, auch die Zusammenarbeit mit dem Produzententeam The Matrix stieß übel auf. Die Schelte wirkte insgesamt übertrieben, aber es war schon traurig, die Vorreiterin aller starken Frauen im Rockbiz plötzlich auf den Spuren Avril Lavignes erleben zu müssen. Nun gut: Auf ihrem neuen Album wiederholt sich die 38jährige Sängerin aus Chicago in dieser Hinsicht nicht. Dafür jedoch fehlt es "Somebody's Miracle" leider an packenden Songs. Zwischen glatt gebügeltem Rock, netten Balladen und gefälligem Gitarrenpop plätschert das Album spannungslos vorbei. Ausnahme wie das mit Stones-Zitaten gespickte "Why I Lie" oder die flockige Single "Everything To Me" können auch nicht verhindern, dass Liz Phairs Ruf als einflussreiche Künstlerin der 90er mehr und mehr in Vergessenheit gerät.
Volkard Steinbach