LIZ PHAIR
Liz Phair
Capitol / Emi

Mit sexuell offenen Texten, einer mädchenhaft koketten Stimme und einem kantigen Mix aus Punk, Rock und Folk löste die Sängerin aus Chicago Mitte der 90er einen beachtlichen Medienwirbel aus. Liz Phair wurde zum Role-Model aller "angry young women" von Alanis Morissette über Sheryl Crow bis Pink. Jetzt, 10 Jahre nach dem Debüt "Exile On Guyville", veröffentlicht die 36jährige ihr viertes Studioalbum, das die beim Vorgänger eingeläutete Abkehr von den F-Wort-lastigen Texten rückgängig macht. Liz Phair 2003 spricht wieder offen über Sex, und dazu wird auch schon mal kräftig die Rocktrommel geschlagen. Dennoch lässt "Liz Phair" gerade bei fett produzierten Songs wie "Extraordinary", "Why Can't I" und "Favorite" seltsam kalt. Zu offensichtlich ist der Versuch, kommerziell zu sein. Besser als diese von The Matrix (dem Team, das Avril Lavigne zum Star gemacht hat) auf Hit gestrickten Titel kommen die Balladen und Popsongs, die Liz mit Geistesverwandten wie Michael Penn (Aimee Mann) und R. Walt Vincent (Pete Yorn) aufgenommen hat. Zwiespältig.
Volkard Steinbach