MADELEINE PEYROUX
Half The Perfect World
Rounder / Universal

Lange sah es so aus, als ob das 1996 erschienene "Dreamland" das einzige Album der aus Georgia stammenden Sängerin bleiben würde. Und das, obwohl Madeleine Peyroux in Jazz-Zirkeln als aufgehender Stern gefeiert wurde. Vor zwei Jahren dann endlich der Nachfolger: "Careless Love" bot nicht mehr den bluesig balladesken Sound des Debüts, sondern Jazz-Adaptionen bekannter Titel aus Pop, Chanson, Country und Blues. Nachdem sich die ex-Straßenmusikerin so als Alternative zu Norah Jones empfahl, folgt mit "Half The Perfect World" nun eine noch sorgfältiger ausgewählte Songkollektion. Neben Standards, Bluestiteln und samtenen Balladen, die Madeleine Peyroux u.a. mit Walter Becker (Steely Dan) geschrieben hat, veredelt sie Songs von Joni Mitchell, Tom Waits, Serge Gainsbourg, das unverwüstliche "Everybody's Talking" von Fred Neil sowie zwei neue Titel von Leonard Cohen. Dabei wechselt die 32jährige Ausnahmesängerin, begleitet von ihrer kleinen Band mit Gästen wie Till Brönner und K.D. Lang, souverän alle stilistischen Spuren von Bossa Nova über Folk bis zu lockerem Swing.
Volkard Steinbach