|
PARADISE LOST
Believe In Nothing Emi
| Auf ihrem letzten Album brach die britische Band endgültig mit ihrer Vergangenheit. Statt fetten Gitarrenwänden und düsteren Gothic-Phantasien standen gefällige Elektronik-Sounds und melancholische Melodien im Vordergrund. Paradise Lost hatten die 80er Jahre für sich entdeckt, insbesondere den romantischen Wave-Pop von Depeche Mode. Komischerweise wurde die Gruppe aus Halifax weder von den Kritikern noch von ihren Fans in der Luft zerrissen. Im Gegenteil: Außer in England gab es viel Lob für den gewagten stilistischen Schwenk. Doch diesmal geht die Sache wohl nicht so glimpflich aus. Denn der Anachronismus, den das Quintett um Sänger Nick Holmes auf seinem neuen Opus "Believe In Nothing" zelebriert, ist auf Dauer kaum zu ertragen. Zwar stellen Paradise Lost schwere Gitarren wieder in den Vordergrund, aber das macht die pathetisch und bombastisch inszenierten dunklen Rock-Balladen auch nicht spannender, zumal man das alles schon oft gehört hat, damals in den 80ern von The Mission, Fields Of The Nephilim, Killing Joke und den Sisters Of Mercy. Volkard Steinbach |