OASIS
Don't Believe The Truth
Big Brother Recordings / Sony-bmg

Die Krise scheint überwunden. Die Musik ist wieder wichtiger als die Streitigkeiten der Gallagher-Brüder. Tatsächlich zeigte die Formkurve bereits bei "Heathen Chemistry" nach oben, und "Don't Believe The Truth" setzt den Trend nun fort. Überraschend: Am Schlagzeug sitzt Zak Starkey, Ringo Starrs Sohn, und alle Bandmitglieder steuern Songs bei. Entsprechend wird musikalisch mehr geboten als die Oasis-typische ruppige Rockhymne. Von Sixties-Pop über psychedelische Klangträume bis zur großen Ballade reicht das Spektrum. Natürlich üben sich die Briten auch wieder in der Kunst des Zitats. "Layla" etwa startet wie "Street Fighting Man" von den Stones. "Part Of The Queue" lässt an "Golden Brown" (Stranglers) denken. "Mucky Fingers" ruft The Who in Erinnerung und "Keep The Dream Alive" geht als Tribut an die späten Beatles durch. Selbst eine heiß gestrickte Striptease-Nummer im 3/4 Takt und der anschließende Stampfer "The Meaning Of Soul" fallen nicht unangenehm auf, sondern fügen sich harmonisch in eine gelungene Songsammlung.
Volkard Steinbach