NOTHINGFACE
Nothingface
Harvest / Emi

Frischer Wind aus dem Kölner Elektronik-Lager. Eric Schneider mutet wie ein Kind der Szene an, das alle verfügbaren Sounds der Stadt absorbiert hat und in gefälliger Form neu mischt. Hinzu kommt ein Faible für Sehnsuchtsmelodien, die er sich sowohl bei Arthur Lyman, als auch bei Khachaturjan abgeguckt haben könnte. Sein Debutalbum ist abwechslungsreich, ohne auseinander zu driften, wechselt souverän zwischen kammermusikalischen Skizzen, fröhlichen Minimalgroovern, ambientem Gefrickel und majestätischen Minisoundtracks. Seine Programmierung bleibt dabei kleinteilig-poppig, statt großer Spannungsbögen regieren kleinformatige Einheiten. Das Sounddesign ist elegant, auch wenn die polierte Oberfläche hin und wieder mal zugunsten eines verkneifbaren Soundwitzes angekratzt wird. Gelungenes Debut.
Karl Koch