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NEVILLE BROTHERS
Valence Street Columbia / Sony Music
| Die Berg- und Talfahrt der Neville Brothers geht weiter. Das hat Ursachen: Jeder der vier Brüder konnte, als sie sich zur Band zusammenschlossen, auf eine Solokarriere zurückblicken. Die Handvoll grandioser gemeinsamer Alben Mitte der 80er baute auf bereits erprobtem Songmaterial auf, Daniel Lanois als Produzent war ein weiterer Glücksfall. Dazwischen und immer wieder gab's komplette CDs als Ausfälle, einzelne Songs als Glücksfälle und glückliche Zufälle, wenn Aaron das Familienkapital durch Duette mit diversen Chanteusen hitparadenträchtig mehrte. Und nun? Nun stand ein erneuter Produzenten- und Labelwechsel an, doch die Linie blieb: eine percussionsreiche Mixtur aus Soul und Funk, typisch New Orleans halt. Zugleich bekommt jeder der Brüder Platz genug für die eigenen Ambitionen: Art und Cyril beschwören Afrika und die soziale Verantwortung der black community, Charles bläst Jazz und Aaron singt einfach nur romantisch. Mangels gutem Songmaterial fehlt dem Album jedoch jede Magie. Man hört es, freut sich über schöne Stimmen, gute Texte und erdiges Saxophongetute, vergißt aber alles wegen fehlender signifikanter Hooklines. Wer schreibt den Nevilles mal ein paar anständige Songs? Adrian Wolfen |