MY CHEMICAL ROMANCE
The Black Parade
Reprise / Warner

Eine morbide Rock-Oper über frühen Tod und verpasste Chancen zu Lebzeiten, der sinistre Abgesang einer fiktiven Begräbniskapelle namens "The Black Parade" - My Chemical Romance setzen zum kreativen Quantensprung an. Komplex und ambitioniert wir hier gerockt, wie seit Green Days Megaseller "American Idiot" nicht mehr. Kaum sind beim Intro "The End" die pompösen Anleihen an Pink Floyds "The Wall" verhallt, da knallt "Dead!" bittersüss um die Ecke. "The Sharpest Lives" trumpft mit einem unwiderstehlichen Refrain auf, während bei "I Don`t Love You" (fast) und "Cancer" (ganz sicher) die ersten Tränen fließen. Den Höhepunkt markiert "Mama", eine schaurig schöne Jahrmarktspolka mit gesanglichem Gastauftritt von Liza Minelli. Spätestens wenn nach all dem schwermütigen Bombast und Pathos bei "Famous Last Words" im My Chemical Romance-Theater der letzte Vorhang fällt, ist klar, dass man gerade eines der Rockalben des Jahres gehört hat.
Frank Möller