|
MUSE
Origin Of Symmetry Motor / Universal
| Ultimo-Kollege Koch wußte es schon vor zwei Jahren, als das englische Rockpowertrio sein sensationelles Debüt "Showbiz" veröffentlichte: "Etwas ähnliches werden Muse nie wieder hinbekommen. Ihnen bleibt nur Wiederholung oder Mäßigung." Von letzterem kann bei "Origin Of Symmetry" jedoch keine Rede sein. Die Band hat spürbar an Härte zugelegt und Sänger Matthew Bellamy leidet, schmachtet, fleht, schreit und röhrt sich wie eh und je die Seele aus dem Leib. Eine derart kompromisslose Leidenschaft in den Stimmbändern findet man nicht ein zweites Mal. Bellamy scheint für die Erlösung seiner/unserer Seelen zu singen - am krassesten bei "Micro Cuts", bei dem er wie die Reinkarnation von Klaus Nomi hochtönt. Was jedoch die erneuten Jubelarien über diese Stimme etwas leiser ausfallen läßt, ist nicht allein die Tatsache, dass man das alles schon auf dem Debüt gehört hat. Schwerer wiegen die dichten Schichten Gitarrenkrach und wummernden Bässe, die viel zu oft die wunderschönen Melodien wie eine Lawine unter sich begraben. Abgesehen von den fragilen Piano-Intros der ersten Songs dauert es bis zum Albumende, bis sich Bellamy gegen den sperrigen Lärm durchsetzen kann, den er selbst als Gitarrist geschaffen hat. Dann jedoch gelingen Muse schillernde Popoden ("Screenager", "Dark Shines") und sogar ein dunkler Blues. Volkard Steinbach |