MING
Miso Mix
Doxa Records / Cargo

Erinnert sich noch jemand an Family Fodder, jenes britisch-französische Projekt, das Anfang der 80er naive Elektronica und avantgardistische Kunstsongs mit dem Charme frankophiler Chansons verband? In Ming aus Belgien, vormals Les Brochettes, haben Family Fodder nun legitime Erben gefunden. Surreale elektronische Klangerzeuger dubioser Herkunft plus verfremdete Gitarren sowie Tongeneratoren aus Spielautomaten der frühen 80er liefern das akustische Fundament, auf dem sich feenhafte Stimmen ausbreiten. Im Untergrund blubbern dazu die Beats, Samples und Loops verbreiten exotische Stimmungen, klassische Chanson-Wurzeln sind unüberhörbar. Jaques Brel und Juliette Greco, Francoise Hardy und Michel Polnareff standen Pate bei den Texten und melancholischen Melodien, mit denen sich Ming als neuer belgischer Geheimtip heftigst empfehlen.
Volkard Steinbach