MICK HARVEY
One Man's Treasure
Mute / Emi

Im verschlissenen Plüsch-Salon der urbanen Nachtgestalten, wo Noir auf Country und Songwriter auf den Teufel treffen, wo in dunklen Ecken uralte Geschichten erzählt und die Flecken des Erbrochenen mit Nonchalance übersehen werden, hat nun Mick Harvey seinen ersten Solo-Auftritt. Der ewige Weggefährte Nick Caves, der schon unzählige Film-, Neben- und Supportprojekte im Portfolio hat, traut sich endlich. Und wie gut er das macht! Edles Material, doppelt geschmackssicher imprägniert, von Nick Cave, Lee Hazelwood, Jeffrey Lee Pierce und Tim Buckley als klassische Balladen, mit sehnsuchtsvoll schwellenden Streichern arrangiert. Dazu seine tiefe, sympathische aber nicht sonderlich prägnante Stimme. Lustig, wenn er in "Louise" plötzlich aus Versehen nach Chris Rea klingt. Eine sehr traditionelle Platte, eine persönliche Interpretation einer langen Traditionslinie dunklen Songwritings.
Karl Koch