MAXIMILIAN HECKER
Rose
Kitty-yo / Pias

Die Zeile "Hold me now, heal my wounds ..." wiederholt Maximilian Hecker in einem Song derart oft, bis ein romantisches Verlangen in kokett inszeniertes Pathos übergeht. Keine Frage, Berlins (wenn nicht sogar Deutschlands) Vorzeige-Wimp trägt auf seiner zweiten Platte reichlich dick auf. 7-minütige Pop-Epen fangen mit zart verhallten Piano-Akkorden an, um dann in Richtung Richard Ashcroft oder Oasis anzuschwellen. Dennoch: Sanfter scheint Britpop Made in Germany nie gewesen zu sein. Selbst die wenigen schnelleren Nummern mit leichtem Elektropop-Einschlag lassen Heckers Kopfstimme ins Reich der ultimativen Verzärtelung überkippen. Wenn schon pubertäre Selbststilisierung, dann bitte mit voller Konsequenz - was Herrn Hecker hier zweifellos gelingt.
Johnny Lipps