MASTER P.
Gameface
No Limit / Universal

Als Rapper, "No Limit"-Labelchef, Inhaber diverser Telefonsex-Firmen, Schauspieler und Basketball-Coach schwimmt Master P. seit Jahren auf einer wahnwitzigen Erfolgswelle - was ihm im "Forbes"-Journal schon eine Platzierung unter den Top-40 der reichsten Jung-Unternehmer Amerikas einbrachte. Dabei sind weder der variationsarme Reimstil, noch der Plastik-Sound seines Südstaaten-Hip Hop besonders überzeugend. So basieren hier auch die besten Stücke auf fremden Vorlagen: Aus der Oldschool-Hymne "The Breaks" von Kurtis Blow sowie Funkadelics "One Nation Under One Groove" hat er zwei nette Partyrap-Nummern gebastelt. Ansonsten werden aktuelle Hardcore-Einflüsse verarbeitet: Der kläffige Reimstil der Ruff Ryders, die klapprigen Minimal-Beats von Nerd, das zurückgelehnte Gangsta-Pathos von 2Pac - alles findet sich hier leicht verwässert wieder. Selbst beim kitschigen Schluss-Track mit Jackson 5-Sample lässt Jay-Z als Vorbild grüßen. Für gefälligen Proll-Rap reicht das wohl - der wirklich spannende "Dirty South"-Hip Hop aber wird mittlerweile von Leuten wie Mystikal, Ludacriss und Petey Pablo gemacht.
Frank Krings