MARDI GRASS B.B.
Alligatorsoup
Hazelwood Records / Efa

Von deutschen Bands erwartet man ja so manches, aber eine "großkalibrige New Orleans-Groove-Attacke", die wie eine gemeinsame Session von Cpt. Beefheart, Tom Waits, Dr. John und Willy DeVille tönt, konnte man sich hierzulande bislang kaum vorstellen. Die 12-köpfige Mardi Grass Brassband, deren Köpfe Fantasienamen wie Reverend Krug und Doc Wenz tragen, hat mit schmetternden Bläsern, manischen Voodootrommeln und schwerst ramponierten Stimmen eine Alligatorsuppe zusammengekocht, die so scharf wie Jambalaya schmeckt. Big Band-Swing mit Schlagseite, afrocubanisches Feuer, Crime-Jazz, scheppernder Trümmer-Blues, Sousaphone und Rumbakugeln fusionieren zu einem fiebrigen Alptraum, der auch klangtechnisch locker von einer Dekade in die nächste springt. Selbst vor einer Trash-Version des Surf-Klassikers "Apache" (The Shadows) schrecken Mardi Gras nicht zurück. Da twangen die Reptilien im Sumpf...
Volkard Steinbach