MANDO DIAO
Hurricane Bar
Capitol / Emi

Noch vor Erscheinen ihres Debüts behaupteten die Schweden großmäulig, sie wären die beste Band der Welt. Gähn, das Dicke-Hose-Ding mal wieder? Aber besagtes "Bring 'Em In" schlug dann doch wie eine Bombe ein. Und nicht nur in Skandinavien. Auch bei uns ist das Quartett, das den Vorteil von zwei wechselnden Leadsängern genial auszuspielen weiß, prächtig gestartet. Vor allem auf der Bühne erwiesen sich Mando Diao als leidenschaftlichere Garagenrocker all die "The"-Bands. Auf ihrem zweiten Album klingen sie jetzt zwar etwas gebremster und weniger bluesinfiziert als noch auf dem Debüt, doch auch ohne Schmuddel-Attitüde und ruppige Garagenklopper wirkt ihr Brückenschlag von Sixties-Modbeat zu 90er-Britrock absolut mitreißend. Vor allem was die Qualität der Songs anbelangt, haben die Jungs aus Borlänge nen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Das gilt sowohl für die Rockhymnen als auch für delikate Balladen wie "Ringing Bells" und "Next To Be Lowered", die es locker mit den besten Schleichern von Oasis aufnehmen.
Volkard Steinbach