MADRUGADA
The Deep End
Virgin

Norweger in L.A.: Für ihr viertes Album haben sich Madrugada mit Edelproducer George Drakoulias (Tom Petty, Black Crowes, Jayhawks) zusammen getan, der gleich an die 20 E-Gitarren, 8 verschiedene Bässe sowie mächtige Röhrenverstärker aus den 50ern mitbrachte. Das neue "alte" Equipment verleiht dem klassischen Gitarrenrock, den Madrugada einmal mehr aus den bekannten Zutaten Blues, Folk, Country, Psychedelia und Gospel destillieren, nun eine Ehrfurcht einflößende Opulenz. Auch sonst hat sich einiges geändert. Zwar enthält "The Deep End" wieder einige gespenstische Blues-Ruinen, bei denen Sänger Sivert Hoeyem mal dunkel-manisch intoniert wie Nick Cave, mal hypnotisch rezitiert wie Jim Morrison, aber insgesamt klingen Madrugada weniger düster und weitaus direkter als zuvor. Flamenco-Gitarren und Kastagnetten gehören jetzt ebenso zum Repertoire wie Britrock á la Oasis und groovige Referenzen an den Manchester Acid-Rave von Bands wie Stone Roses und Primal Scream: Zu "Subterranean" kann man sogar tanzen!
Volkard Steinbach