M. WARD
Post-war
4ad / Indigo

Ohne Frage ist M. Ward ein großer Songwriter und zudem ein Sänger, dessen rauchzarte Stimme man sofort identifizieren kann. Ein Mann mit persönlicher Note also, ganz gleich, ob er eigene Songs vorträgt oder wie auf seinem letzten Album "Transistor Radio" Lieder aus der guten alten Zeit des Radios interpretiert. Sein fünftes Album "Post-War" hat er erstmals nicht allein im stillen Kämmerlein, sondern mit Band und Freunden wie Neko Case, Jim James von My Morning Jacket oder dem Bright Eyes-Produzenten Mike Mogis eingespielt. Das erklärt die rockigere Ausrichtung, ohne dass Ward deshalb weniger berührend klänge. Neben Akustikgitarren-Stücken, bei denen er sich als versierter Appalachian Folk- und Delta Blues-Fingerpicker erweist, und einigen melancholischen Balladen überzeugen auch die schnelleren Songs: Wie hier zwischen Folk, Surf und Indierock changiert wird, wirkt derart gelöst, dass man gleich mitjammen möchte.
Volkard Steinbach