|
LADYTRON
604 Invicta / Virgin
| Flohmarkt-Keyboards sind halt billiger als Gitarren: Kein Wunder, dass viele Leute an eine Ostblock-Variante von New Wave denken, wenn sie Ladytron hören. Was vielleicht auch an den bulgarischen Stimmschnipseln von Mira Aroyo liegt. 80s-Revival wollen sie nicht sein, und doch klingt vieles nach nennbaren Bands des frühen Synthie-Pops, verwischenderweise ineinandergemengt, dass eine genaue Lokalisierung nur nach intensivem Quellenstudium möglich scheint. Kraftwerk? Human League? Space? Hi-Energy? 87er Acid? "Andromeda - Gefahr aus dem Weltall"? Gary Numan? Alles drin. Und endlich wieder einmal ist dies eine Popplatte ohne Einschränkungen, jeder zaghafte Ton eine Melodie. Androgyn und unterkühlt sorgen Ladytron dafür, dass Neonlicht wieder sexy wirkt. Karl Koch |