KILLER MIKE
Monster
Aquemini / Sony Music

Von einem MC mit solchem Namen erwartet das westeuropäische Hip Hop-Weichei erstmal nix Gutes. Dabei ist Killer Mike nur sein Spitzname, weil der Mann so tödlich gute Skills am Mikrofon haben soll. Zugleich ist er das erste Signing des neu gegründeten Outkast-Labels "Aquemini". Ähnlich wie seine Entdecker hat auch Killer Mike eine Vorliebe fürs Theatralische: Pauken- und Trompeten-Samples, Staccato-Raps, Swing-Rhythmen, ausladende Hooklines. Die kann dann jeder nach dem zweiten Hören schon mitsingen. Höhepunkte: Die Single "A.D.I.D.A.S. (All Day I Dream About Sex)" - zur fiepsigen Ohrwurm-Melodie mit Schunkelrhythmus japst Killer Mike seinen Sermon herunter. Oder das irrwitzig schnelle "Akshon (Yeah!)", das klingt als ob die Rapsalven unter Stromstössen gespittet würden. Insgesamt kommt er derber als vergleichbare Rapper wie Outkast oder Goodie Mob daher ("I hate the taste of my breath / I'm so drunk, that i piss myself!"), und manche Tracks überziehen die Freakshow-Attitüde ins Lächerliche. Doch trotz eines gewissen Stressfaktors stecken in "Monster" eine Menge gute Momente.
Frank Krings