KELIS
Kelis Was Here
Virgin / Emi

Man kann es eklektisch nennen, aber Ideenarmut kann man "Kelis Was Here" weiß Gott nicht vorwerfen. "Bossy", die erste Single, kommt streetsmart auf den Punkt, ihr Nachfolger "Blindfold" (mit Ehemann Nas) ist dagegen ein bulliger Minimalismus-Banger in der Tradition von "Milkshake". Dann wieder klingt es tatsächlich auf "I Don't Think So", als hätten Goldfrapp eine Kollabo mit Robbie Williams eingefahren und der Neo-Soul von "Lil Star" mit Gnarls Barkleys Cee-Lo Green ist charmant. Doch bei insgesamt 19 Tracks ist nicht alles Gold. Das durch seinen Opern-Sample unglaublich nervige "Like You", der schlechte "Drop It Like It's Hot"-Rip Off von "AwwShi***" sowie diverse durchschnittliche Nummern, dazu noch uninspiriertes Brasil-Gedaddel und dummes Rock-Gebratze. Mit der Hälfte der Nummern wäre dieses Album großartig geworden.
Karl Koch