KASABIAN
Empire
Sony Bmg

Eine Band wie Kasabian kann nur aus England kommen. Anderswo wäre wohl niemand größenwahnsinnig genug, sich eine solche over-the-top-Musik auszudenken. Übertreibung als Stilmittel. Damit sind Serge Pizzorno und Tom Meighan ganz schnell ganz groß geworden, zumindest im UK, wo sich das Debüt 700.000 Mal verkaufte. Kasabian hatten aber auch die richtigen Vorbilder: Oasis. "Empire" indes ist jetzt eher von Primal Scream, T. Rex, Happy Mondays und Suicide beeinflusst. Genaugenommen ist es auch kein richtiges Rockalbum, eher ein Elektrorock-Bastard, der im Titelstück stampft wie eine Herde Elefanten und beim Finale mit Spaghettiwestern-Trompeten für Gänsehaut sorgt. Echt schräg das - wie das "Spirit In The Sky"-Zitat bei "Shoot The Runner", der Elektro-Minimalismus von "Last Trip", das Glampop-Mäntelchen von "Me Plus One" und die ansonsten unerschöpflich blubbernde psychedelische Fantasie. Um den Wahnsinn wirklich genießen zu können, muss man "Empire" sehr sehr laut hören - dann haben die Nachbarn auch etwas davon!
Volkard Steinbach