JEANS TEAM
Kopf Auf
Louisville /Universal

Ein weiter Weg war's vom wilden Elektropunk der frühen Jahre, der sie zum Vorreiter aller Peaches dieser Welt machten, zu den gestandenen Songwritern, die sie heute sind. Hittig macht der Opener "Das Zelt" die Richtung klar. Raus aus der abgebrannten Hipness-Großstadt, denn da sind alle Zukunftsträume geplatzt: "Kein Gott, kein Staat, keine Arbeit, kein Geld!" Dazu zupfen ländlich die Gitarren, entspannt lupft der Bass, darüber flotte Bläser, heitere Aufbruchsstimmung statt Resignation. Und die Grooves vergangener Zeiten nimmt man auch in die tiefste Ländlichkeit mit. Ihren Humor muss man mögen, wenn sie aus der Aufforderung, sich Zeit für sein Geschäft zu lassen, eine euphorische Disco-Hymne machen ("Take Your Time To Shit"). Außerdem zu entdecken: Hippie-Hymnen, überkandidelter Funk, Gitarrenfolk und auch wieder Kraftwerk-Electro-Boogies mit abgewinkeltem Ellbogen. Weit vorn also in der Liga, in der sowohl Deichkind als auch Peter Licht und Justus Köhncke spielen.
Karl Koch