JAY-Z & R. KELLY
The Best Of Both Worlds
Roc-a-fella / Jive

Marketing kann so einfach sein: Wer Jay-Z hört, mag auch R. Kelly - und umgekehrt. Der Erfolg ihres Nr. 1-Hits "Fiesta" vom letzten Sommer scheint das zu bestätigen. Leider klingen auf dem protzig betitelten Kollabo-Album auch die meisten Stücke wie "Fiesta": Kreuzbrave R&B-Plastikbeats, kombiniert mit gesampleten Akustikgitarren, zu denen R. Kelly die Frauen anschmachtet, während Jay-Z den routinierten Erfolgsrapper gibt. Mainstream-Radiofutter für die "Black-Music"-Schiene. Dass beide wesentlich mehr drauf haben, zeigt hingegen das mitreißende Stück "Green Light": Eine gewagte Mischung aus Rock, Funk und Hip Hop, bei der R. Kelly den Spagat zwischen Rap und Gesang wagt, während Jay-Z mithilfe des todernsten Beanie Sigel für Ghetto-Dramatik sorgt. Toll auch "Shake Ya Body", wo sie zusammen mit Lil' Kim über einem gospelhaften "Klatsch-in-die-Hände"-Groove mal wirklich das Haus rocken. Na also: geht doch!
Frank Krings